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angle-left 04.11.2020: Garten winterfit machen

Pressemitteilung

04.11.2020

Jetzt Gärten und Grünanlagen winterfit machen

Stuttgart: „Jetzt im November ist die Zeit, Gärten und Grünanlagen für den bevorstehenden Winter und das kommende Frühjahr vorzubereiten,“ rät Claus-Peter Hutter, Leiter der Umweltakademie Baden-Württemberg. „Dabei ist weniger oft mehr, denn gerade durch gezieltes Nichtschneiden oder Liegenlassen, können Gartenbesitzer der heimischen Natur helfen.“ 

Wichtig sei es, so Hutter, den typisch schwäbischen Ordnungssinn ein Stück weit ad acta zu legen, und an geeigneten Stellen Reisig und Laub liegenzulassen sowie einen Teil der verblühten Sträucher und Gräser stehen zu lassen. Damit können Garten- und Stücklesbesitzer vielen Tieren über den Winter helfen und das Naturerlebnis – Grundlage für eine umweltgebildete Gesellschaft – quasi vor der eigenen Haustüre steigern. 

“Viele Insekten wie Schmetterlinge und Wildbienen überwintern an oder in Pflanzenteilen von verblühten Sträuchern und Gräsern,“ so Claus-Peter Hutter. „Die Samenstände verblühter Stauden sind zudem ein nahrhafter Leckerbissen und Energielieferant für viele Vogelarten wie den Distel- und Grünfink, wenn das Futterangebot knapp wird.“ Deshalb solle wenigstens ein Teil der verblühten Stauden und Gräser vor dem Winter nicht mehr zurückgeschnitten werden. Auch die Pflanzen selbst würden dadurch besser vor der Kälte geschützt. 

Ebenso Herbstlaub könne, gerade unter und vor Hecken, dort verbleiben. „Es schützt den Boden und seine Bewohner vor Kälte und bietet zudem Nahrung für Regenwürmer und andere nützliche Gartenhelfer“, so die Umweltakademie. 

Grundsätzlich und zu jeder Jahreszeit gelte: Ein strukturreicher, naturnaher Garten mit freiwachsenden, heimischen Sträuchern diene als Nahrungsgrundlage, Rückzugsraum und Nistmöglichkeit für eine vielfältige Tierwelt. Solange der Boden frostfrei ist, könnten deshalb im November noch Gehölze gepflanzt werden. Sie erzeugten zudem ein günstiges Kleinklima. Die oft leuchtend roten Beeren vieler heimischer Sträucher seien nicht nur ein Blickfang in der trüben Jahreszeit – als Vogelschutzhecke gepflanzt bieten sie im Winter Nahrung für die überwinternden Vogelarten.

„Wer jetzt in einer Ecke des Gartens einen Teil des Totholzes ansammelt – etwa das Reisig vom Zurückschneiden der Bäume – schafft weiteren Unterschlupf für Igel und Insekten. Diese dienen wiederum Vögeln wie dem kleinen Zaunkönig oder dem Rotkehlchen als Futter.“ Bäume könnten jetzt in der Vegetationspause sehr gut geschnitten werden, so die Umweltakademie. Damit gelange Luft und Licht in die Baumkronen, die Bäume blieben länger vital und Pilzkrankheiten würde vorgebäugt.

„Für ein blumenbuntes Beet im zeitigen Frühjahr können die Zwiebeln oder Knollen von Frühblühern wie Schneeglöckchen, Krokus, Buschwindröschen oder Blaustern jetzt gesetzt werden. Im Frühjahr sind sie lang ersehnte Farbtupfer für uns Menschen und erste Nektar- und Pollentankstelle für die frühen Wildbienenarten wie der pelzig bekleideten Hummel. Beim Kauf sollte auf ungefüllte Sorten geachtet werden, nur an ihnen werden Insekten Pollen und Nektar finden.

Im Fachhandel sind auch Wildarten erhältlich, die sich im Garten selbst vermehren und sich dadurch dauerhaft etablieren können“, weiß Claus-Peter Hutter. 

Was jetzt zu tun ist – Empfehlungen der Umweltakademie Baden-Württemberg

  • Sträucher und verblühte Stauden und Gräser sollten stellenweise nicht mehr zurückgeschnitten werden.
  • Herbstlaub, das unter Büschen und Sträuchern liegt, kann dort verbleiben.
  • Solange der Boden frostfrei ist, können im November noch Gehölze gepflanzt werden. Ein strukturreicher, naturnaher Garten mit freiwachsenden, heimischen Beerensträuchern dient als Nahrungsgrundlage für viele Tiere.
  • Für ein buntes Beet im zeitigen Frühjahr können jetzt die Zwiebeln oder Knollen von Frühblühern gesetzt werden.
  • Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, die Bäume zurückzuschneiden. Damit gelangt Luft und Licht in die Baumkronen und Pilzkrankheiten wird vorgebäugt – Bäume bleiben vital. Ein Teil der abgeschnittenen Äste kann im Garten zu einem Reisighaufen zusammengetragen werden, dieser kann Tieren wie Igeln ein Winterquartier bieten. Die Reisighaufen sollten dann bis ins Frühjahr liegen bleiben und nicht vorzeitig weggeräumt werden.

Weitere Informationen / Rückfragen:

Marion Rapp
Akademie für Natur- und Umweltschutz des
Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Dillmannstr. 3, 70193 Stuttgart
0711/126-2812
marion.rapp@um.bwl.de