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angle-left Fachberater Artenschutz - Amphibien

Meldung

27.02.2020

Frösche und Kröten auf Wanderschaft brauchen ehrenamtliche Schutzengel – Kontakte sind bei den Unteren Naturschutzbehörden erhältlich

Kröte im Laub
Kröte auf Wanderung
Quelle: © H- Wilhelmi

Landesweites Netzwerk der ehrenamtlichen Artenschutzfachberater der Umweltakademie Baden-Württemberg

Bei den derzeitigen Temperaturen ist es nicht verwunderlich, dass Frösche, Kröten, Unken und Molche aus der Winterstarre erwachen und ihre jährliche Wanderung beginnen, die allerdings für sie lebensgefährlich sein kann. „Zum Glück kehren mit den Amphibien auch die ehrenamtlichen Fachberater Artenschutz alljährlich aus ihrer wohlverdienten Winterruhe zurück“, so die Umweltakademie Baden-Württemberg zur bevorstehenden Wandersaison der Amphibien 2020. Durch die Umweltakademie und Partner entsprechend qualifiziert, stehen sie auch für Bürgerfragen zur Verfügung. Ihre Kontakte können im Bedarfsfall bei den Unteren Naturschutzbehörden der Kreisverwaltungen erfragt werden.

Die tierischen Pendler zwischen Wasser und Land sind auf eine vielseitige Landschaft angewiesen: Feuchtflächen und Gewässer, feuchte Laubwälder und geschützte Winterverstecke. Da viele der ursprünglichen Lebensräume von Amphibien in ihrem natürlichen Vorkommen kaum noch existieren, müssen unsere Lurche oft mit Ersatzlandschaften zurechtkommen.

Sobald die Temperaturen die 5°C-Marke erreichen und die Luftfeuchtigkeit stimmt, ist das als ob man den Lichtschalter umlegt: Die Tiere machen sich auf den Weg von den Winterquartieren zu den Laichgewässern, in dem sie selbst geschlüpft sind.

Auf der Wanderung lauern Feinde

Auf ihrer Wanderschaft lauern viele Fressfeinde. Wo sich die Wege von Mensch und Tier kreuzen ist darüber hinaus der natürliche Lebensraum der Tiere zerschnitten. „Da wird es für die Amphibien meist kritisch“, bemerkte Claus-Peter Hutter, Leiter der Umweltakademie. Auf der Wanderung zu den Laichgewässern entwickeln sich schon wenig befahrene Straßen zu unpassierbaren Todesfallen. Besonders an Wanderkorridoren, wo fest installierte Amphibienschutz-Einrichtungen wie Leitsysteme und Tunnel fehlen, springen die Schutzengel ein. Mit Eimern und Taschenlampen bewaffnet kümmern sich landesweit erfreulich viele Ehrenamtliche in Initiativen, Projekten und Aktionen. Kröten und Frösche werden dabei über die Straße getragen, mobile Schutzzäune werden während der Wanderungszeiten errichtet, Querungshilfen werden kontrolliert und Biotope gepflegt.

Durch dieses Engagement verhindern die ehrenamtlichen Naturschützer alljährlich ein Massensterben auf den Straßen. „Sie sichern damit im ganzen Land den Fortbestand von Kröten, Fröschen, Molchen, Unken und Salamandern“ betonte Claus-Peter Hutter. „Der ehrenamtliche Amphibienschutz ist eine bedeutende Stütze für den Artenschutz und die Umweltbildung in Baden-Württemberg. Für ihren Einsatz kann man den Amphibienschützern nicht genug danken“, so Hutter weiter. Durch Qualifizierung der Ehrenamtlichen im Landesnetzwerk Biodiversität werde die Hilfsbereitschaft von Freiwilligen seitens der Umweltakademie unterstützt.

Amphibien sind integraler Bestandteil der biologischen Ökosysteme und Teil der Nahrungskette. Fische lieben zum Beispiel Eier und Kaulquappen. Bei Marder, Iltis und Fuchs steht auch der Molch auf dem Speiseplan. Störche und andere Vögel „fliegen“ unter anderem auf Frösche. Stabile Populationen sind Ausdruck einer gelungenen Landschaftspflege und einer funktionierenden Biotopvernetzung.

Auf der anderen Seite sind Amphibien nützliche Helfer für den Menschen, halten sie ihm doch viele ihm unliebsame Insekten vom Leib. Hobby-Gärtner freuen sich über die Hilfe der Erdkröten im Kampf gegen die Nacktschnecke. „In Baden-Württemberg gibt es 19 heimische Amphibienarten, wie etwa die zu den Braunfröschen gehörenden Springfrösche, Molche, Gelbbauchunken oder Erdkröten. Sie sind ein faszinierender Teil unseres Naturerbes, für das es zu kämpfen gilt“, erläuterte Hutter.

Landesnetzwerk Biodiversität

Jährlich qualifiziert die Umweltakademie Baden-Württemberg ehrenamtliche Fachberaterinnen und Fachberater nicht nur für Amphibien, sondern auch für weitere Tiergruppen wie Reptilien, Fledermäuse sowie Wespen und Hornissen in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden-Württemberg (AGF), dem Verein für Amphibien-/Reptilien-Biotop-Schutz Baden-Württemberg (ABS), der Naturschutzverwaltung (Oberste Naturschutzbehörde des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft), der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) und den staatlich getragenen Naturschutzzentren und anderen.

Gebündelt im Landesnetzwerk Biodiversität sind die ehrenamtlichen Fachberaterinnen und Fachberater eine landesweite Einsatzgemeinschaft. Dieser breit gefächerte Personenkreis unterstützt die Arbeit der Kommunen und Naturschutzbehörden durch sachkundige Aufklärung und auch operativ durch tatkräftige Hilfe für Bürgerinnen und Bürger. Die Fachberaterinnen und Fachberater sind meist auf Anforderung/Vermittlung der Unteren Naturschutzbehörden tätig.

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