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angle-left 29.05.2019: Zecken, Mücken, Mäuse – Sind FSME, Borreliose, Hantavirus und Co. auf dem Vormarsch?

Meldung

29.05.2019

Zecken, Mücken, Mäuse – Sind FSME, Borreliose, Hantavirus und Co. auf dem Vormarsch?

Welche gesundheitlichen Risiken erwarten uns in Baden-Württemberg durch die Klimaerwärmung? Was ist an Vorsorge nötig?

Heißere Sommer, mildere Winter, mehr Extremwetterereignisse – der Klimawandel ist in Baden-Württemberg bereits in vollem Gange. Die klimatischen Veränderungen ermöglichen die Zuwanderung von Zecken- und Mückenarten, welche bisher in den südlichen und tropischen Ländern verbreitet waren, wie die Japanische Buschmücke oder die Auwaldzecke. Damit steigt auch das Gesundheitsrisiko für die Übertragung von gefährlichen Infektionserregern auf den Menschen.

Beim 64. Stuttgarter Akademiegespräch am 23. Mai 2019 erläuterte Dr. Rainer Oehme, Leiter des Sachgebietes Molekularbiologie und hochpathogene Erreger des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg, welche verschiedenen Zecken und Mückenarten sich bereits in Baden-Württemberg etablieren konnten, welche Krankheitserreger von ihnen übertragen werden können und wie man sich davor schützen kann. Auch das Hantavirus das vor allem von Kurzschwanzmäusen übertragen wird, wurde thematisiert.

Fazit der Veranstaltung war, dass das Risiko eine gefährliche Infektionskrankheit übertragen zu bekommen, noch nicht alarmierend hoch einzuschätzen sei –  dies könne sich aber im Laufe der Zeit und mit fortschreitender Klimaerwärmung ändern. Mit einer Steigerung von Infektionen, die durch Vektoren übertragen werden, z.B. Rickettsien, ist schon jetzt zu rechnen. Bei Krankheiten die von tropischen Mücken übertragen werden können, wie Dengue oder Chikungunya, geschieht die Ansteckung zurzeit allerdings noch hauptsächlich im Ausland.

 Einfache Maßnahmen wie das Tragen von geeigneter Kleidung, dem gründlichen Absuchen nach Aufenthalt in Zeckengebieten sowie die Nutzung von zeckenabweisenden Mitteln können Zeckenbisse verhindern. Mit einfachen Maßnahmen kann zudem die Verbreitung der Tigermücke eingeschränkt werden. So benötigt die Mücke Wasseransammlungen zur Vermehrung – Regenwasser in Blumentopfuntersetzern reicht dabei bereits aus. Indem die Behälter umgedreht werden, wird die Bildung möglicher Wasseransammlungen verhindert. Empfohlen wird auch, Wassertonnen abzudichten und regelmäßig und gründlich zu reinigen.